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Inselhopping
10 namenlose Fische
Heute habe ich mit meinem Kumpel und Wohnungkollegen mal wieder die Angelrute ausgeworfen. 10 mal holten wir sie mit diversen Fischen behangen wieder ein.
Keine Ahnung wie die Fische hießen, geschmeckt haben sie WELTKLASSE...
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Zwischenbilanz
Nach mehr als 8 Monaten meine erste Nacht im Sand, unter dem Sternenhimmel, im Schlafsack, dem Rauschen der Wellen und dem Stechen von Tausenden Muecken.
Mit diesen "Sauviechern" hatte ich nicht gerechnet, als ich mich gemuetlich in meinen Schlafsack kuschelte und sentimental daran dachte, wie schnell die letzten 8 Monate eigentlich verflogen sind und dass es mir eigentlich wie gestern vorkommt, als ich meine letzte Nacht mit dem Meer und den Sternen verbrachte.
Damals an der Playa Sopelana in Bilbao...
Doch die Muecken, die mich zu mehrmaligem panikartigem Stellungswechsel im Schlafsack huepfend zwangen, waren in dieser Nacht nicht mein einziges Problem.
Die erste Nacht in der Natur, ausgeliefert an unbekannte Gefahren, ist immer gewoehnungsbeduerftig.
Langsam versinkt die rote Sonne hinter Corralejo und die eben noch so intensiven Farben der Umgebung vereinigen sich langsam zu einem einzigen grauen und spaeter noch schwarzen Wirrwarr.
Im Dunkeln ist jeder Stein ein moeglicher Feind, jedes Geraeusch das Heranschleichen eines wahnsinnigen Perversen und das eigene Niesen ein verraetischer Ausrutscher, der einem in seiner eigenen "verfolgungswahnsinnigen" Vorstellung das doch so kostbare junge Leben kosten koennte.
In so einer Nacht alleine unter Tausenden Unbekannten und potentiellen Gefahren macht man binnen weniger Stunden so ziemlich alle Gefuehlzustaende durch...
Zuerst, noch bevor die Dunkelheit dem Tageslicht das Zepter eintreisst, die Freude ueber die eigene Frechheit - dem System ein Schnippchen geschlagen zu haben und nicht wie die anderen Idioten alle ihr Geld fuer irgendwelche ueberfluessigen Firlefanz wie Hotelzimmer, Dusche und Nachttischlampe auszugeben...
Dann wird es dunkel und das Ganze schaut schon wieder ganz anders aus.
Ein Rascheln, ein Scheinwerferlicht eines vorbeifahrenden Autos, im erste Moment fehlinterpretiert als das Licht eines nach schlafenden Opfern Mitglieds der organsierten Organmafia von Corralejo.
Neben vielen eingebildeten Gefahren, gab es bei Tageslicht betrachtet eine realistische Gefahr: eine Polizeivisite auf der Duene, die Teil des Nationalparks ist und sehr nahe am Zentrum Corralejos liegt. Campen im Nationalpark - das koennte teuer werden...
Egal weiter mit den Gefuehlsschwankungen...
Es ist eine Qual, bis einen endlich die Muedigkeit und Gleichgueltigkeit ueberfaellt... das Hirn arbeitet und arbeitet und will einfach nicht aufhoeren potentielle Gefahren zu wittern.
Dann kommt die naechste Phase: Soll passieren was passiert - es ist mein Schicksal. "Ich lege mein Leben in deine Hand", denke ich mir beim Blick auf den Sternenhimmel, der wahnsinnig machen kann, wenn man in zu intensiv anschaut und beginnt seine Tiefe zu fuehlen oder zu verstehen.
Da oben im Himmel sitzt er ja, der liebe Gott. Vor allem, wenn einem der "Reiss geht" und Angst um sein Leben hat.
Dann werde ich ploetzlich ruhig: Zwischenbilanz.
Wenn es mich heute in der Nacht erwischen sollte, irgendein Irrer mich ueber den Jordan schippert. Koennte ich meinen letzten Atemzug machen und sagen "ich habs gut gemacht".
Ja.
Ich streng mich an, such meinen Weg. Versuche das zu finden, was mir ein gutes Gefuehl gibt.
Was muss ich noch verbessern, wo will ich mich aendern? Ploetzlich wird mir vieles klar...
Manchmal ist es nicht schlecht mal so Zwischenbilanz zu ziehen und eine Nacht mit ein paar Muecken und meinen imaginaeren Feinden zu verbringen...
Heute hab ich mir trotzdem wieder ein Auto ausgeliehen, denn das kann man abschliessen.
Die Muecken duerfen heute mal nicht mit mir im Schlafsack schlafen.
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Das kleine Wollknauel
Da ich heute wie bereits erwaehnt Corralejo nicht verlassen konnte, lieh ich mir als Zeitvertreib um 8 Euro ein Rad aus und spulte 50km bis "El Cotillo" hinunter (hin und zurueck).
Entlang der staubigen Kuesten"strasse", vorbei an zahlreiche Surfspots (namens La Derecha, Derecha de los Alemagnes, Izquierda...) liegt zwischen Corralejo und Cotillo ein staubiges Fischerdorf namens Majanicho.
In dieser heruntergekommenen Ansammlung von 27 Wellblechhuetten leben ohne Witz mehr Katzen als Menschen.
Ein Wurf Neugeborener Katze, einige von ihnen noch blind, sucht im Schatten von Regetonnen, Schaufeln, Autos und Eimern Zuflucht vor der erbarmungslosen Hitze und dem allgegenwaertigen Wind Fuerteventuras.
Es werden wohl kaum alle dieser kleinen, verletzliche Wollknauel die ersten Wochen ueberstehen...
Das Schwaechste liegt Mitten in der prallen Sonne, mit verklebten Augen und schmutzigem Fell - im ersten Moment scheint es als haette sein kleines Herz bereits aufgehoert zu schlagen. Mein besorgter Blick stellt jedoch erleichtert fest, dass sich sein Brustkorb NOCH leicht hebt und senkt.
Kurz denke ich daran das arme Wesen zu retten, denn viele Tage wird es nicht mehr sehen, wenn sich keiner darum kuemmert...
Nur die Harten kommen durch. Eine Gruppe ist nur so stark wie sein schwaechtes Glied.
Das schwaechste Glied ist kurz davor zu sterben und ich tue nichts dagegen. Koennte ich? Ja. Will ich mir das antun? Nein. Wohin mit der Katze? Impfungen! Dann das Ding nach "hamzarrn" nach Oesterreich...
Der Mensch ist im Grunde seines Wesens ein Egoist und es gibt nichts was ich dagegen tun koente....oder doch?
Das Schlimmste ist, dass ich trotzdem ein saugeilen Tag hatte.
Was mich troestet: Diese Katze, die niemanden etwas bedeutet hat, wird zumindest in meiner Erinnerung noch einige Jahre leben...
Jedoch nur kurz troestet, denn was hat das arme Vieh davon, wenn es hoch romantisch in meiner Erinnerung weiterlebt? Auch nur ein Versuch, mich selbst als einen besseren Menschen zu verkleiden und mich durch die Hintertuer vor der Verantwortung zu druecken...
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Eine Nacht in den Duenen Corralejos
Heute ist soviel dumm gelaufen, dass mir nichts anderes uebrig bleibt als eine Nacht in der sandigen Umgebung Corralejos zu verbringen...
Es war es mir aufgrund auessert widriger Umstaende nicht moeglich dieses Kaff zu verlassen...
Warum? Aufklaerung folgt...
Hoffentlich macht die Polizeit keine Kontrollrunde in den Duenen und brummt mir eine "multa" (Strafe) auf...
Mal sehen - hoffentlich nur Sterne und keine "Schoendamen" (Polizei)...
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Corralejo
Seit 2 Tagen habe mein "Basislager" in Corralejo, Hafenstadt der Hippies, Rastamans, Surfer und vor allem Chicas aufgeschlagen.
Nach 3 rasanten, kilometerfressenden und inselumrundenden Tagen auf Lanzarote war mal Zeit fuer eine Pause...
Mein Hotel liegt 47 Schritte vom Strand entfernt, kostet 30 Euro (sind aber 2 Betten drinn) und liegt Mitten im Fortgehzentrum Corralejos, was ich gestern auch prompt ausnuetzte.
Wie ich gestern so von Bar zu Bar oder von einem Bob Marley Interpreten zu einer Bono-Kopie flanierte und in jeder von den 8 Bars, die ich besichtigte ein Bierchen verkoestigte, kann man sich vorstellen, dass mein Flanieren zu einem Trotten und noch spaeter hoechstwahrscheinlich zu einem Wanken mutierte.
Auf alle Faelle hat es mal wieder gut getan in einem Bett zu schlafen, eine Dusche zu nehmen und einfach "Urlaub" vom "Urlaub" zu nehmen...
Ich hoer schon auf, sonst bekomme ich wieder diverse Beschimpfungsmails von arbeitenden Freunden in Austria.
Morgen wuerde ich dann gerne ein Auto ausleihen, die naechsten 3 Tage Fuerteventura besichtigen und vor allem "besurfen", dann mit der Faehre "heim" nach Las Palmas, schlafen und am Donnerstag noch mit Sand an den Fuessen in der Werbeagentur aufkreuzen.
Da faellt mir ein rasieren und kaemmen muss ich mich ja auch noch...
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Lebenszeichen
Playa Blanca am suedlichsten Zipfi von Lanzarote - endlich hab ich ein offenes Internet Cafe gefunden. Umzingelt von "tausenden" Arabern (zumindest klingt die seltsame Sprache die sie husten arabisch), kann ich endlich ein erstes Lebenszeichen nach Carinthia schicken...
Lanzarote in ein paar Worten
Wind, RIESEN Wellen, Riffe, erkaltete Lavastroeme, Kakteen, Palmen, Sand, Steine, Staub...
Mehr wenn ich wieder in Las Palmas bin. Eins noch: Wenn man so auf einem erkalteten Vulkan sitzt, den man grade mal so spontan erklommen hat und auf ein Meer von erkalteter Lava blickt (rund 10x30km), hat man das Gefuehl, dass es noch gar nicht so lange her ist, als es hier aber ganz schoen gewaltig krachte...
Nach 2 Naechten im Auto (von Durschlafen kann keine Rede sein), wollte ich mir heute ein Zimmer in Playa Blanca goennen, jedoch gibts hier nur nur 4 und 5 Sterne Hotels und ich waer schon mit 1/8 Stern zufrieden...
Gut - dann heute wieder Auto. Grunz!
Morgen Auto zurueckgeben um 9h morgens. Danach mit der Faehre nach Lanzarote...
Dort goenn ich mir aber mal fix eine Nacht im Hotel. Wenn meine Haare nicht bald Suesswasser-Kontakt aufnehmen, werden sie bald zu einem einzigen blonden Rastazopf verschmelzen...
An Flo und Andreas: "olas? demasiadas!"
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Lanzarote und Fuertemierda
Heute 23:55 gehts mit der Faehre 7h nach Lanzarote. Angeblich gibts auf der Faehre gemuetliche Sitze, die sich nach hinten kippen lassen und so Hoffnung auf ein wenig Schlaf mitten am Atlantik machen.
Auf alle Faelle hab ich mal meinen Polster aus dem Bett eingepackt - der koennte auf alle Faelle in den naechsten 6 Naechten unter freiem Sternenhimmel und auf erkaltetem Lavauntergrund noch wertvoll werden...
Ich bin schon gespannt auf die beiden Inseln, die angeblich noch "vegetationsfreier" sind als Gran Canaria...
Donnerstag bekomme ich hoechstwahrscheinlich Besuch von einem Oesterreicher, den ich beim Surfen kennengelernt habe. Ist immer schoen wenn man Wellen, Landschaft und vor allem Miete und Benzin fuers Auto teilen kann...
Reiseplan: Mit der Faehre nach Arrecife (Lanzarote), dann Richtung Isla Graciosa. Danach Surfspots abcheckenk, Insel umrunden...
Dann mit der Faehre nach Lanzarote und surfen, essen, schlafen, Sonne tanken und wenns ganz wild kommt etwas lesen
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